1 Kings 21:11-16

Isebel lässt Nabot steinigen

Reaktionen wie die von Nabot kommen nicht gut an. Ahab verhält sich wie ein verzogenes Kind. Er ist ein Schwächling, der wie ein verwöhntes Kind immer seinen Willen durchsetzen will. Er liegt auf seinem Bett und isst nichts. Als Isebel zu ihm kommt, will sie von ihrem Mann wissen, warum er so verstimmt ist. Ahab erzählt ihr, was passiert ist. Dafür hat Isebel eine Lösung. Sie verspricht Ahab, dass sie ihm den Weinberg von Nabot geben wird. Dafür hat sie so ihre eigenen Methoden. Ahab kann sich ihrer Meinung nach bereits über sein „Geschenk“ freuen. Er kann aufstehen, essen und fröhlich sein, denn sie wird dafür sorgen, dass er seinen Willen bekommt.

Isebel ist der starke, rücksichtslose Charakter, der Gott und den Nächsten missachtet. Sie geht skrupellos auf ihr Ziel zu. Isebels Vorgehensweise ist voller eiskalter Mordlust und Hass, den eigenen Willen um jeden Preis und vor allem auf Kosten derer durchzusetzen, die Gott fürchten.

Isebel lässt nicht erst Gras darüber wachsen. Einer wie Nabot muss so schnell wie möglich umgebracht werden. Sie schreibt Briefe im Namen Ahabs, versiegelt sie mit seinem Siegel und schickt sie „zu den Ältesten und Edlen“ der Stadt Nabots. Diese hohen Herren sind genauso verkommen wie die beiden verdorbenen Männer, die auf Befehl von Isebel gegen Nabot aussagen müssen. Die Ersten der Stadt tun ohne Widerworte sofort, was ihnen geschrieben wird.

Sie lassen zwei Männer, die sich nicht um Gott oder das Gesetz scheren, in einem Scheinprozess gegen einen rechtschaffenen Menschen ein schreckliches Zeugnis ablegen. Jedes Wort, das sie Nabot vorwerfen, ist ein Wort, dessen sie sich in all ihrer Verdorbenheit selbst schuldig machen. Nabot wird nach dieser Anklage ohne irgendeinen Prozess getötet.

In dem, was Nabot hier durchmacht, ähnelt er dem Herrn Jesus. So wie man es mit Nabot machte, so machte man es auch mit dem Herrn Jesus. Auch gegen Ihn wurden zwei verkommene Menschen als Zeugen gesucht, die Ihn anklagen können (Mt 26:59-61).

Nachdem Nabot getötet ist, senden die Ältesten und Edlen eine Botschaft an Isebel. Mit dieser Botschaft geht Isebel zu Ahab und sagt ihm, dass er den Weinberg von Nabot in Besitz nehmen kann, denn „Nabot lebt nicht mehr, sondern ist tot“. Bald wird sich zeigen, wie sehr sie sich geirrt hat. Sie hat Gott nicht berücksichtigt, für den all jene leben, die im Glauben an Ihn, den lebendigen Gott, gestorben sind.

Elia verkündet das Urteil über Ahab

Isebel mag denken, dass Nabot tot ist, aber Nabots Gott ist nicht tot. Seit 1. Könige 19 haben wir Elia nicht mehr gesehen, aber hier bekommt er wieder einen Auftrag von Gott. Elia wird von Gott darüber informiert, was Ahab getan hat und muss gehen und ihm das Gericht verkünden.

Was Elia vom HERRN ausrichten muss, ist buchstäblich in Erfüllung gegangen. Das sehen wir in der Geschichte Jehus (2Kön 9:36; 37). Jehu ist auf dem Weg, das Haus Ahab zu töten. Joram sieht Jehu kommen, geht ihm entgegen und trifft ihn auf dem Feld Nabots (2Kön 9:21). Dies macht deutlich, dass das Volk Nabot auf seinem eigenen Feld getötet hat, anscheinend nicht im Weinberg. Dort lesen wir auch, dass die Söhne Nabots mit ihm gesteinigt wurden (2Kön 9:26), wodurch auch die Erben ausgerottet wurden und auf das Land Nabots kein Anspruch mehr erhoben werden kann.

An dem Ort, an dem Ahab dachte, dass er endlich ungestört seinen unrechtmäßig erworbenen Besitz genießen würde, trifft Elia ihn. Wieder dieser elende Elia. Wenn er den doch bloß endlich los wäre. Ahab nennt ihn „meinen Feind“. So sehr ist er von Hass auf diesen Vertreter Gottes erfüllt. Doch er ist machtlos gegen den Mann Gottes.

Ohne das einleitende Wort „so spricht der HERR“ spricht Elia das Gericht im Namen Gottes aus. Zunächst bestätigt Elia, dass er Ahab tatsächlich gefunden hat. So wird jeder Mensch von Gott gefunden werden. Niemand kann sich vor dem allgegenwärtigen Gott unauffindbar machen. Dass Ahab Elia so sieht, liegt daran, dass er sich selbst „verkauft“ hat, um zu tun, was böse ist in den Augen des HERRN. Er hat seine Seele dem Satan verkauft. Alle Herrlichkeit und Ehre, die er als König hat, hat er von Satan erhalten. Der Preis, den er gezahlt hat, ist der seiner Seele. Wer sich so sehr der Macht des Satans ausgeliefert hat, sieht jemanden, der ihn an Gott erinnert als Feind.

Elia lässt Ahab wissen, was der HERR mit ihm und seinen Nachkommen tun wird. Er bezieht sich auf das, was mit den Königen geschah, die vor ihm regierten. Ahab kennt die Geschichte des Volkes und weiß daher, was das für ihn bedeutet. Er weiß, was mit diesen Häusern passiert ist, und dass das auch mit seinem Haus passieren wird. Wie wichtig ist es, dass wir aus der Geschichte lernen, dass wir uns von ihr warnen lassen und uns die Lektionen zu Herzen nehmen.

Copyright information for GerKingComments