Hebrews 1

Vielfach und mannigfaltig
"Vielfach" bezieht sich auf die Zeit und die Personen, "mannigfaltig" auf die Art und Weise der Offenbarung (durch Weissagungen, Gesichte, Träume oder sinnbildliche Handlungen der Propheten: Jes 8:1-5, 20:1-3, Jer 18:1-5, 19:1-5, Hes 4:1-5, 12:1-5, Hos 1:1-5).
hat Gott in vergangenen Zeiten zu den Vätern
Gemeint sind die Vorfahren des Volkes Israel seit den Tagen Moses.
geredet durch die Propheten.
Jetzt aber am Ende der Tage hat er zu uns geredet durch den Sohn. Den hat er zum Erben aller Dinge bestimmt, durch den hat er auch die Welt erschaffen. Der ist der Abglanz seiner Herrlichkeit
Vgl. Kol 1:15; Weish. Salom. 7,26.
und das Gepräge seines Wesens.
Hier ist zu denken an das Gepräge einer Münze oder an den Abdruck eines Siegels. Auch der jüdische Philosoph Philo von Alexandria, mit dem sich der Verfasser des Hebräerbriefes in seiner Ausdrucksweise oft berührt, nennt das Wort (den Logos) den Abdruck des Siegels Gottes.
Der trägt das Weltall durch sein Allmachtswort. Der hat die Reinigung von den Sünden vollbracht und sich dann gesetzt zur Rechten der Macht (Gottes) in der Höhe.
Während die Diener (auch die Engel) vor ihrem Herrn stehen, sitzt der Sohn auf dem Thron Gottes. Ps 110:1
Dadurch ist er so weit erhoben worden über die Engel, als der Name, den er zum Erbe empfangen hat,
Der Name Sohn.
ihren Namen überragt.
Denn zu welchem Engel hätte Gott je gesagt: Mein Sohn bist du, heute habe ich dich gezeugt? Und (zu welchem hätte er) ferner (gesprochen): Ich werde sein sein Vater, und er wird sein mein Sohn?
2Sa 7:14; diese Stelle bezieht sich zunächst auf Salomo. In der hebräischen Bibel werden freilich auch die Engel "Söhne Gottes" genannt. 1Mo 6:2, Hio 1:6, 2:1, 38:7, Ps 29:1, 89:7, Da 3:25 Aber in der griechischen Übersetzung des Alten Testaments (der LXX), die der Verfasser des Hebräerbriefes ausschließlich benutzt, wird der hebräische Ausdruck "Söhne Gottes" durch "Engel Gottes" wiedergegeben (wenigstens im Buch Hiob und nach der alexandrinischen Handschrift der LXX auch in den beiden Stellen aus 1Mos.). Darin liegt jedoch keine Schwierigkeit. Denn es heißt ja nicht: "Hat Gott je die Engel Söhne Gottes genannt?" Sondern es werden Stellen angeführt, worin Gott eine einzelne Person für seinen Sohn im höchsten Sinn des Wortes erklärt.
Wenn er aber den Erstgeborenen zum zweiten Mal in die Welt einführt,
Bei Christi Wiederkunft.
dann erfüllt sich das Wort: Es sollen ihn anbeten alle Engel Gottes.
5Mo 32:43 und Ps 97:7 nach LXX
Von den Engeln heißt es: Er macht zu Winden seine Engel, zu Feuerflammen seine Diener.
Ps 104:4 nach LXX Im hebräischen Text lautet der Vers: "Er macht Winde zu seinen Boten, zu seinen Dienern flammendes Feuer." D.h.: Gott macht sich Winde und Feuer zu besonderen Sendungen dienstbar. vgl. Ps 148:8 Nach LXX aber ist der Sinn: Engel werden in Winde und Feuer verwandelt.
Von dem Sohn aber (steht geschrieben): Dein Thron, o Gott, steht fest in alle Ewigkeit; und: Der Geradheit
Der Gerechtigkeit.
Zepter ist das Zepter deiner Königsmacht.
Du hast Gerechtigkeit geliebt und hast gehaßt den Frevel;
Diese Worte beziehen sich auf das irdische Leben Christi.
darum hat, o Gott, dein Gott dich mehr mit Freudenöl
Mit dem Geist der Freude, Kraft und Herrlichkeit.
gesalbt, als einen deinesgleichen.
Als die Menschen, die der König Messias zu Genossen seiner Seligkeit und Herrlichkeit macht.
10 Und: Du hast im Anfang, Herr, der Erde Grund gelegt, und deiner Hände Werke sind die Himmel. 11 Sie werden einst vergehen, du aber bleibst. Sie werden alle wie ein Kleid veralten, 12 wie einen Mantel wirst du sie zusammenrollen: Sie werden sich verwandeln. Du aber bleibst derselbe, und deine Jahre nehmen nie ein Ende.
Ps 102:26-28. Christus ist als Schöpfer ewig und unwandelbar.
13 Zu welchem Engel hätte er ferner je gesagt: Sitze du zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße mache?
Ps 110:1,Ps 110 hat für den Hebräerbrief entscheidende Bedeutung; manche wichtigen Stellen des Briefes sind nichts als die nähere Erklärung der Hauptsätze dieses Psalms.
14 Sind sie nicht alle (priesterlich) dienende
Wörtlich: "liturgische Geister." Die Liturgie ist der Dienst am Altar.
Geister, die als Helfer
Wörtlich: "zur Diakonie." — Im Himmel dienen die Engel gleichsam als Priester, vgl. Jes 6:1-4 auf Erden als Diakonen.
ausgesandt werden zum Besten derer, die das Heil erwerben sollen?
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