Luke 17

Jesus sprach dann weiter zu seinen Jüngern:
Nicht wie 16,15-31 zu den Pharisäern.
"Verführungen sind zwar unvermeidlich; doch wehe dem, durch den sie kommen!
Es wäre für ihn besser, er läge in des Meeres Tiefe mit einem Mühlstein um den Hals, als daß er eins der Kinder, die hier stehen, zur Sünde verführte. Hütet euch davor!
Andere zu verführen.
Sündigt dein Bruder, so weise ihn ernst zurecht; und wenn er es bereut, vergib ihm!
Ja wenn er sich siebenmal an einem Tag gegen dich versündigte und er käme siebenmal zu dir zurück und spräche: 'Es tut mir leid', so sollst du ihm vergeben." Da baten die Apostel den Herrn: "Gib uns mehr Glauben!" Der Herr antwortete: "Wenn ihr Glauben hättet wie ein Senfkorn, so sprächt ihr zu diesem Maulbeerbaum: Entwurzele dich und verpflanze dich ins Meer!' —, und er gehorchte euch. Wer von euch sagt zu seinem Acker- oder Hüteknecht, wenn er vom Feld heimkehrt: 'Geschwind komm her und geh zu Tisch'? Wird er ihm nicht vielmehr befehlen: 'Mach mir mein Abendessen fertig, schürze dich und bediene mich, bis ich gegessen und getrunken habe — dann halte du dein Mahl'? Dankt er etwa dem Knecht, weil er getan hat, was ihm befohlen worden ist? 10 Ebenso auch ihr: Habt ihr alles ausgeführt, was euch aufgetragen worden ist, so denkt: wir haben als Knechte kein Verdienst; wir haben nur getan, was wir zu tun schuldig waren." 11 Auf seiner Wanderung nach Jerusalem zog er längs der Grenze zwischen Samaria und Galiläa.
Jesus reiste ostwärts bis an den Jordan und kam dann am Jordan hinunter nach Jericho.
12 Als er in ein Dorf kam, begegneten ihm zehn aussätzige Männer: die blieben von weitem stehen
Ein Aussätziger mußte sich vier Ellen, nach anderen 100 Ellen entfernt halten und hatte in der Synagoge einen besonderen Platz.
13 und riefen laut: "Jesus, Meister, erbarme dich unser!" 14 Als er sie erblickte, sagte er zu ihnen: "Geht hin und zeigt euch den Priestern!"
5,14.
Während sie hingingen, wurden sie rein.
15 Aber einer von ihnen kam zurück, als er sich geheilt sah: er pries Gott mit lauter Stimme, 16 warf sich zu Jesu Füßen auf sein Angesicht und dankte ihm. Das war ein Samariter. 17 Da fragte Jesus: "Sind nicht alle zehn gesund geworden? Wo sind die anderen neun? 18 Hat sich sonst keiner gefunden, der zurückkäme, um Gott die Ehre zu geben, als dieser Fremdling?" 19 Und er sprach zu ihm: "Steh auf und geh! Dein Glaube hat dich gesund gemacht." 20 Einst fragten ihn die Pharisäer: "Wann kommt Gottes Königreich?" Er antwortete ihnen: "Gottes Königreich kommt ganz ohne äußeres Aufsehen.
Die Juden erwarteten einen Messias, der mit irdischer Macht und Herrlichkeit auftreten werde.
21 Man kann auch nicht sagen: 'Hier ist es oder dort.' Denn wißt: Gottes Königreich ist schon mitten unter euch."
Weil Jesus, der König des Gottesreiches, unter ihnen wirkte. Auf sein Wirken sollten die Pharisäer achten, statt zu fragen, unter welchen aufsehenerregenden äußeren Zeichen das Gottesreich käme.
22 Dann sagte er zu seinen Jüngern: "Die Zeit wird kommen, wo ihr euch danach sehnt, nur einen von den Tagen des Menschensohnes zu erleben;
Die Tage des Menschensohnes sind die Zeit der Offenbarung des messianischen Reiches. Den Anbruch dieser Zeit zu erleben, war die Sehnsucht aller Frommen. Diese Sehnsucht wird die Jünger namentlich in der kommenden Trübsalszeit erfüllen.
doch ihr sollt ihn nicht erleben.
23 Dann wird man zu euch sagen: 'Seht dort, seht hier (ist der Messias)!' Geht nicht hin, lauft solchen Leuten nicht nach! 24 Denn wie der Blitz aufleuchtet und am Himmel hin- und herzuckt, so wird der Menschensohn an seinem Tage sein.
So plötzlich und sichtbar wird er erscheinen. Mt 24:27
25 Zuvor aber
Ehe er als König offenbar wird.
muß er viel leiden und von dem gegenwärtigen Geschlecht verworfen werden.
26 Wie es in Noahs Tagen zuging, so wird's auch zugehen in des Menschensohnes Tagen: 27 Man aß und trank, man nahm zur Ehe und gab zur Ehe bis zu dem Tag, als Noah in die Arche ging. Dann brach die Flut herein und vertilgte alle. 28 Ganz ebenso ging's in den Tagen Lots: man aß und trank, man kaufte und verkaufte, man pflanzte und baute. 29 Doch an dem Tag, wo Lot aus Sodom ging, fiel ein Feuer- und Schwefelregen vom Himmel und vertilgte alle. 30 So wird's auch an dem Tag sein, an dem der Menschensohn sich offenbart. 31 Wer an jenem Tag auf dem Dach ist und sein Gerät im Haus liegen hat, der soll nicht erst hinuntergehen und es holen; und ebenso: wer draußen auf dem Feld ist, der kehre nicht zurück in seine Wohnung. 32 Denkt an Lots Weib! 33 Wer sein Leben zu erhalten sucht, der wird's verlieren; und wer's verliert, der wird es sich bewahren.
9,24.
34 Ich sage euch: In jener Nacht werden zwei Männer auf einem Lager ruhen: der eine wird mitgenommen, der andere bleibt zurück. 35 Zwei Frauen werden miteinander mahlen: die eine wird mitgenommen, die andere bleibt zurück." 36 
Hier sind in manchen Handschriften als V36 die Worte aus Mt 24:40 eingefügt: "Zwei Männer werden auf demselben Acker arbeiten: der eine wird mitgenommen, der andere bleibt zurück."
37 Da fragten ihn die Jünger: "Wo, Herr (finden wir dann Zuflucht)?"
Wo ist die Zufluchtsstätte, die Arche und das Zoar 1Mo 19:19-22 der Endzeit?
Er antwortete ihnen: "Wo der Leichnam ist, da versammeln sich auch die Geier."
Dies rätselhafte Sprichwort steht hier in einem anderen Zusammenhang als Mt 24:28. Der Herr scheint sagen zu wollen: Wie sich die Geier an einem Ort versammeln, der für sie natürlich und selbstverständlich ist, so sollen auch die Gläubigen, die den Gerichten der Endzeit entfliehen, an einem Zufluchtsort versammelt werden, der sich ihnen gleichsam von selbst bietet. Dürfen wir hier nicht denken an die Vereinigung mit dem Herrn (vgl. auch  επισυναχθησονται in Lu 17:37 und  επισυναγωγη in 2Th 2:1).
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