Psalms 7

Ein Gedicht(?) Davids, das er Jahwe sang wegen der Reden des Benjaminiten Kusch.
Diese Überschrift ist sehr dunkel. Manche übersetzen das hier gebrauchte hebräische Wort schiggajôn mit "Irrgedicht," weil der Psalm in heftigster Bewegung und im schnellen Wechsel der Gefühle die mannigfachsten Versarten durchläuft. "Angstvolle Unruhe, Trotz bietendes Selbstvertrauen, triumphierender Aufschwung, getrostes Vertrauen, prophetische Gewißheit — alle diese Stimmungen kommen in der unregelmäßigen Strophenfolge dieses davidischen Dithyrambus, dem altherkömmlichen Purimpsalm, zum Ausdruck" (Franz Delitzsch). Über den Benjaminiten Kusch wissen wir nichts. Vielleicht gehörte er zu denen, die den König Saul durch ihre verleumderischen Reden gegen David aufhetzten.
Jahwe, mein Gott, bei dir such ich Schutz, / Hilf mir von all meinen Drängern und rette mich, Daß sie mich nicht wie Löwen zerfleischen, / Mich nicht zermalmen, weil niemand mich rettet! Jahwe, mein Gott, hab ich solches verübt,
Was die Verleumder und namentlich der Benjaminit Kusch David schuld geben.
/ Findet sich Unrecht an meinen Händen;
Hab ich meinem Freunde Böses getan, / Und meinen Gegner grundlos geplündert: So verfolge der Feind mich und hole mich ein, / Er trete mein Leben zu Boden / Und leg in den Staub meine Ehre!
Die "Ehre" ist die Seele, das Leben. Ps 16:9, 30:12, 57:9, 108:2, 1Mo 49:6 In den Staub legen heißt: töten.
Sela.
Jahwe steh auf in deinem Zorn, / Steh auf wider meiner Dränger Grimm, / Wach auf, mir zur Hilfe, du hast ja Gericht verordnet! Die Schar der Völker laß dich umringen, / Und über ihr kehre zur Höhe zurück!
Die Schar der Völker soll einen Kreis um Jahwe bilden, inmitten dessen er Gericht hält. Ist das Gericht vollendet, so kehrt er über sie hinweg wieder zur Himmelshöhe zurück.
Jahwe richtet die Völker: / Schaffe mir Recht, o Jahwe, / Nach meiner Gerechtigkeit und Unschuld!
Der Völker- und Weltenrichter wird auch dem Psalmisten Recht verschaffen gegen seine Widersacher. Dies erwartet David glaubenskühn, weil er sich seiner Unschuld und Gerechtigkeit bewußt ist.
10 Laß doch enden der Frevler Bosheit / Und stärke die Frommen! / Du prüfest ja Herzen und Nieren, / Gerechter Gott! 11 Meinen Schild hält Gott,
D.h. mein Vertrauen ruht auf Gott.
/ Der den redlichen Herzen hilft.
12 Ein gerechter Richter ist Elohim / Und ein Gott, der täglich zürnt.
Nämlich: den Gottlosen. Indem er Herz und Nieren prüft, schützt er den Frommen und straft er den Gottlosen.
13 Bekehrt sich der Sünder nicht, so schärft er
Gott.
sein Schwert, / Hält seinen Bogen gespannt und zielt;
14 Er richtet gegen ihn
Den Frevler.
Todesgeschosse, / Seine Pfeile macht er zu Feuerbränden.
Der Psalmist schildert hier Gott als einen gewaltigen Kriegsmann, der im Kampf gegen seine Feinde mit seinen Waffen tödlich verwundet.
15 Sieh, Frevel empfängt der Böse: / Dann geht er schwanger mit Unheil
Das er anderen bereiten will.
und wird Trug gebären.
Seine feindseligen Anschläge gehen nicht in Erfüllung.
16 Er hat eine Grube gegraben und ausgehöhlt / Und sinkt in den Abgrund, den er gemacht. 17 Das Unheil, das er geplant, fällt auf sein Haupt zurück, / Und auf seinen Scheitel stürzt sein Frevel.
So wird Gottes Gerechtigkeit an dem Sünder durch Zorngericht und Verderben, an dem Gerechten durch Hilfe und Rettung offenbar.
Danken will ich Jahwe für sein gerechtes Walten / Und lobsingen dem Namen Jahwes, des Höchsten.
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