John 17

Solches redete Jesus, und hob seine Augen auf gen Himmel, und sprach: Vater, die Stunde ist gekommen; verherrliche deinen Sohn, damit dein Sohn dich auch verherrliche. Gleichwie du ihm Macht gegeben hast über alles Fleisch, damit er allen, die du ihm gegeben hast, ewiges Leben geben möge. Das ist aber das ewige Leben, daß sie ich (als) den alleinigen wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus (als) Messias, erkennen. Ich habe dich auf Erden verherrlicht, und das Werk vollendet, welches du mir gegeben hast, damit ich es tun solle. Und jetzt verherrliche du mich, o Vater, bei dir selbst, mit der Herrlichkeit, welche ich bei dir hatte, ehe die Welt war.
Auch hier nötigt gar nichts an die persönliche Präexistenz Christi zu denken. Jesus bittet ja nicht um seine Wiederverherrlichung, sondern einfach darum, daß die von Ewigkeit her bei Gott — also bloß im Geiste, Joh 4:24, nicht im sichtbaren Vorhandensein, oder in der Welt, (idealiter, nicht realiter) — existierende Herrlichkeit ihm jetzt wirklich zuteil werde. Ähnlich sagt Jesus auch von uns, daß die Königsherrschaft für uns bereitet sei von Grundlegung (Planierung) der Welt an. Mt 25:34. Bei Christo, dem alleinigen Haupte der Gemeinde und ganzen Schöpfung ist dieses Verhältnis freilich ein höheres, denn bei uns kann die ewige Erwählung des Einzelnen zweifelhaft scheinen, bei ihm aber nicht.
Ich habe deinen Namen den Menschen geoffenbart, welche du mir aus der Welt gegeben hast. Dein waren sie, und du hast sie mir gegeben, und sie haben dein Wort behalten. Jetzt haben sie erkannt, daß alles, was du mir gegeben hast, von dir ist, Denn die Worte, welche du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, und sie haben sie angenommen, und wahrhaftig erkannt, daß ich von dir ausgegangen, bin, und geglaubt, daß du mich gesandt hast. Ich bitte für sie; nicht für die Welt bitte ich, sondern für die, welche du mir gegeben hast, denn sie sind dein. 10 Und alles, was mein ist, das ist dein, und was dein ist, das ist mein; und ich bin in ihnen verherrlicht. 11 Und ich bin nicht mehr in der Welt, aber diese sind in der Welt, und ich gehe zu dir. Heiliger Vater, erhalte sie in deinem Namen, die du mir gegeben hast, damit sie eins seien, gleichwie wir. 12 Als ich bei ihnen in der Welt war, erhielt ich sie in deinem Namen; die du mir gegeben hast, die habe ich bewahrt, und keiner von ihnen ist verloren, außer der Sohn des Verderbens, damit die Schrift erfüllt würde. 13 Jetzt aber komme ich zu dir, und dieses rede ich in die Welt, damit sie meine Freude völlig in sich haben mögen. 14 Ich habe ihnen dein Wort gegeben, und die Welt haßt sie, denn sie sind nicht aus der Welt, gleichwie auch ich nicht aus der Welt bin. 15 Ich bitte nicht, daß du sie aus der Welt nehmest, sondern daß du sie bewahrest vom Bösen. 16 Aus der Welt sind sie nicht, gleichwie ich nicht aus der Welt bin; 17 Heilige sie in deiner Wahrheit, dein Wort ist die Wahrheit. 18 Gleichwie du mich gesandt in die Welt, so sende auch ich sie in die Welt.
Man beachte, wie Johannes, und Jesus selbst, sein Gesandtwerden von Gott in die Welt hier verstehen, wie es also sonst im ganzen Evangelium verstanden sein will. Wer über den erhabensten Ausdruck des göttlichen Selbstbewußtseins Christi, den wir offenbar hier, in diesem Kapitel, haben, hinausgehen will, der frage sich, welches Recht er dazu hat?
19 Und ich heilige mich selbst für sie, damit auch sie geheiligt seien in Wahrheit. 20 Aber ich bitte nicht für diese allein, sondern auch für die, welche durch ihr Wort an mich glauben; 21 Damit alle eins seien, gleichwie du, Vater in mir, und ich in dir; damit auch sie in uns eins seien, damit die Welt glaube, daß du mich gesandt hast. 22 Und die Herrlichkeit, welche du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, damit sie eins seien, gleichwie wir eins sind. 23 Ich in ihnen, und du in mir, damit sie in eins vollendet seien, und damit die Welt erkenne, daß du mich gesandt, und sie geliebt hast, gleichwie du mich geliebt hast. 24 Vater, ich will, daß wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit schauen, welche du mir gegeben hast, weil du mich geliebt hast, vor Grundlegung der Welt. 25 Gerechter Vater, die Welt hat dich ja nicht erkannt, ich aber habe dich erkannt, und diese haben erkannt, daß du mich gesandt hast. 26 Und ich habe ihnen deinen Namen kundgetan, und werde ihn kundtun, damit die Liebe, mit welcher du mich geliebt hast, sei in ihnen, und ich in ihnen.
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