John 4

Da nun der Herr inne ward, daß die Pharisäer gehört hatten, daß Jesus mehr Jünger macht und tauft, als Johannes, - Obwohl Jesus selbst nicht taufte,
Dieses ist ein sehr merkwürdiges Wort, welches beweist, daß die Taufe eigentlich nicht von Jesus stammt, sondern nur mit seiner Einwilligung von seinen von Johannes her übernommen wurde. Vgl. auch 1Kor 1:17.
sondern seine Jünger, -
Verließ er Judäa, und ging abermal hin nach Galiläa. Er mußte aber durch Samaria reisen. So kommt er denn in eine Stadt Samariens, genannt Sychar, nahe bei dem Felde, welche Jakob seinem Sohne Joseph gab. Es war aber daselbst der Jakobsbrunnen. Da nun Jesus müde war von der Reise, setzte er sich also am Brunnen. Es war etwas die sechste Stunde. Da kommt ein Weib aus Samaria, Wasser zu schöpfen. Jesus spricht zu ihr: Gib mir zu trinken. Denn seine Jünger waren in die Stadt gegangen, damit sie Speisen kauften. Spricht nun das samaritische Weib zu ihm: Wie, du, der du ein Jude bist, bittest von mir, die ich ein samaritisches Weib bin, zu trinken? - Denn die Juden haben keine Gemeinschaft mit den Samaritern. - 10 Jesus antwortete, und sprach zu ihr: Wenn du wüßtest die Gabe Gottes, und wer der ist, welcher zu dir sagt: Gib mir zu trinken! so bätetst du ihn, und er gäbe dir lebendiges Wasser. 11 Das Weib sagt ihm: Herr, du hast ja kein Schöpfgefäß, und der Brunnen ist tief; woher hast du denn das lebendige Wasser? 12 Du bist doch nicht mehr, als unser Vater Jakob, welcher uns den Brunnen gegeben hat, und er hat daraus getrunken, und seine Söhne, und seine Herden? 13 Jesus antwortete, und sprach zu ihr: Jeder, der von diesem Wasser trinkt, wird wieder dürsten. 14 Wer aber von dem Wasser trinken wird, das ich ihm gebe, der wird nicht dürsten in Ewigkeit; sondern das Wasser, welches ich ihm gebe, wird in ihm eine Quelle Wassers werden, das ins ewige Leben sprudelt. 15 Sagt zu ihm das Weib: Herr, gib mir dieses Wasser, auf daß mich nicht dürste, und ich nicht hierher kommen müsse zu schöpfen! 16 Sagt ihr Jesus: Gehe hin, rufe deinen Mann, und komm her. 17 Das Weib antwortete, und sprach zu ihm: Ich habe keinen Mann. Sagt ihr Jesus: Du hast recht gesagt: Ich habe keinen Mann. 18 Denn fünf Männer hast du gehabt, und den du jetzt hast, der ist nicht dein Mann. Da hast du wahr geredet. 19 Das Weib sagte ihm: Herr, ich sehe, daß du ein Prophet bist. 20 Unsere Väter haben auf diesem Berge angebetet, und ihr sagt: In Jerusalem ist der Ort, wo man anbeten muß. 21 Sagt ihr Jesus: Weib, glaube mir, es kommt die Stunde da ihr weder auf diesem Berge noch zu Jerusalem den Vater anbeten werdet.
Diese Stelle scheint entschieden gegen die jüdische Hoffnung auf den Wiederaufbau des Tempels in Jerusalem usw. zu sprechen. Der alttestamentliche Partikularismus ist für immer abgetan.
22 Ihr betet an, was ihr nicht wisset; wir aber beten an, was wir wissen; denn das Heil kommt von den Juden. 23 Aber es kommt die Stunde, und ist schon jetzt, da die wahrhaftigen Anbeter den Vater in Geist und Wahrheit anbeten werden, denn auch der Vater verlangt solche Anbeter. 24 Geist ist Gott, und die ihn anbeten, die müssen ihn in Geist und Wahrheit anbeten. 25 Das Weib sagt ihm: Ich weiß, daß der Messias kommt, - was (Christus) der Gesalbte heißt, - wann derselbe kommt, so wird er uns alles verkündigen. 26 Sagt ihr Jesus: Ich bin es, der mit dir redet. 27 Und über diesem kamen seine Jünger, und verwunderten sich, daß er mit einem Weibe redete; doch sprach keiner: Was suchst du? oder: warum redest du mit ihr? 28 Da ließ das Weib ihren Krug stehen, und ging hin in die Stadt, und sagte den Leuten: 29 Kommet, sehet einen Menschen, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe, ob er nicht der Messias ist. 30 Sie gingen zur Stadt hinaus, und kamen zu ihm. 31 In der Zwischenzeit baten ihn seine Jünger, und sprachen: Rabbi, iß! 32 Er aber sprach zu ihnen: ich habe eine Speise zu essen, die ihr nicht kennet. 33 Da sprachen die Jünger untereinander: Es hat ihm doch nicht jemand zu essen gebracht? 34 Sagt ihnen Jesus: Meine Speise ist, daß ich tue den Willen dess´, der mich gesandt hat, und vollende sein Werk. 35 Saget ihr nicht: es sind noch vier Monate, so kommt die Ernte? Siehe, ich sage euch: erhebet euere Augen, und schauet die Felder an, denn sie sind schon weiß zur Ernte! 36 Der da erntet, empfängt Lohn, und sammelt Frucht ins künftige Leben, auf daß sich freue, sowohl der da säet, als auch der da erntet. 37 Denn hierinnen ist das Sprichwort wahr: Der eine säet, und der andere erntet. 38 Ich habe euch gesandt zu ernten, was ihr nicht gearbeitet habt. Andere haben gearbeitet, und ihr seid in deren Arbeit eingetreten. 39 Aus jener Stadt aber glaubten viele der Samarieter an ihn um des Weibes Wort willen, welche bezeugte: Er hat mir alles gesagt, was ich getan habe. 40 Als nun die Samariter zu ihm kamen, baten sie ihn, daß er bei ihnen bliebe; und er blieb daselbst zwei Tage. 41 Und viel Mehrere glaubten um seines Wortes willen. 42 Und sagten dem Weibe: Wir glauben nun nicht mehr um deiner Rede willen, denn wir selbst haben gehört, und wissen, daß dieser wahrhaftig der Heiland der Welt der Messias ist. 43 Nach zwei Tagen aber zog er aus von dannen und ging nach Galiläa; 44 Denn Jesus bezeugte selbst, daß ein Prophet in seiner Vaterstadt keine Ehre hat. 45 Als er nun nach Galiläa kam, nahmen ihn die Galiläer auf, weil sie alles gesehen hatten, was er in Jerusalem am Feste getan hatte, denn sie waren auch aufs Fest gekommen. 46 Und er kam abermals nach Kana in Galiläa, wo er das Wasser zu Wein gemacht hatte. Und es war ein Königischer, dessen Sohn krank war zu Kapernaum. 47 Als dieser hörte, daß Jesus aus Judäa nach Galiläa gekommen war, ging er zu ihm hin, und bat ihn, daß er hinabkäme, und seinen Sohn heilte; denn er war am Sterben. 48 Da sprach Jesus zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder sehet, so glaubet ihr nicht. 49 Der Königische sprach zu ihm: Herr, komm hinab, ehe mein Kindlein stirbt. 50 Sagt ihm Jesus: Gehe hin, dein Sohn lebt. Und der Mensch glaubte dem Worte, welches Jesus ihm sagte, und ging hin. 51 Aber schon beim Hinabgehen begeneten ihm seine Knechte, verkündigten ihm, und sprachen: Dein Knabe lebt. 52 Da erforschte er von ihnen die Stunde, in welcher es besser mit ihm geworden war; und sie sagten ihm: Gestern um die siebente Stunde verließ ihn das Fieber. 53 Da erkannte der Vater, daß es in jener Stunde war, in welcher Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebt. Und er und sein ganzes Haus wurden gläubig.
Gläubig werden heißt im Sinne der hl. Schrift: an Jesus, als den Messias, glauben. Vgl. 1.Joh. 4,2 und 15.
54 Dieses zweite
Von Johannes erwähnte.
Zeichen tat Jesus wiederum, als er von Judäa nach Galiläa kam.
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