Mark 8

Speisung der Viertausend; Zeichen vom Himmel; Sauerteig der Pharisäer; Heilung eines Blinden; Petri Bekenntnis; Leidensverkündigung.

In jenen Tagen, als sehr viel Volk da war, und sie nichts zu essen hatten, rief er seine Jünger herbei, und sagt ihnen: Mich jammert das Volk, denn sie haben nun drei Tage bei mir verharrt, und haben nichts zu essen. Und wenn ich sie ungegessen nach Hause entließe, würden sie auf dem Wege verschmachten, denn etliche von ihnen sind von weither gekommen. Und seine Jünger antworteten ihm: Woher kann jemand diese, hier in der Wüste, mit Brot sättigen? Und er fragte sie: Wie viele Brote habt ihr? Sie aber sprachen: sieben. Und er gebot dem Volke, daß sie sich auf die Erde lagerten. Und er nahm die sieben Brote, dankte, brach, und gab seinen Jüngern, daß sie vorlegten, und sie legten dem Volke vor. Und sie hatten einige Fischlein, und er segnete sie, und sagte, daß sie auch diese vorlegen sollten. Und sie aßen, und wurden satt, und hoben auf die übrigen Brocken, sieben Körbe. Die gegessen hatten, waren aber bei Viertausend, und er entließ sie. 10 Und alsbald stieg er in das Boot mit seinen Jüngern, und kam in die Gegend von Dalmanutha. 11 Und die Pharisäer kamen heraus, und fingen an sich mit ihm zu befragen, versuchten ihn, und begehrten von ihm ein Zeichen vom Himmel. 12 Und er seufzte auf in seinem Geiste, und sagt: Was sucht doch dies Geschlecht ein Zeichen? Wahrlich, ich sage euch, es wird diesem Geschlecht kein Zeichen gegeben werden. 13 Und er ließ sie, und stieg abermal in das Boot, und fuhr hinüber. 14 Und sie hatten vergessen Brote mitzunehmen; außer einem Brot hatten sie nichts mehr mit sich im Boot. 15 Und er gebot ihnen, und sprach: Schauet zu, und sehet euch vor, vor dem Sauerteig der Pharisäer und dem Sauerteig des Herodes. 16 Und sie unterredeten sich miteinander, und sprachen: Das ist es, daß wir nicht Brot haben. 17 Und Jesus merkte es, und sprach zu ihnen: Was unterredet ihr euch, weil ihr kein Brot habt? Vernehmet ihr noch nicht, und seid noch unverständig? Habt ihr noch ein verhärtetes Herz? 18 Habt Augen und sehet nicht, und Ohren und höret nicht, und denket nicht daran? 19 Da ich fünf Brote brach unter die Fünftausend, wie viele Körbe voll Brocken hobet ihr auf? Sie sagten ihm: zwölf. 20 Da ich aber die sieben brach unter die Viertausend, wie viele Körbe der übrigen Brocken hobet ihr auf? Sie aber sprachen: sieben. 21 Und er sagte ihnen: Wie, vernehmet ihr nichts? 22 Und sie kommen nach Bethsaida, und man bringt ihm einen Blinden, und bittet ihn, daß er ihn anrührte. 23 Und er nahm den Blinden bei der Hand, und führte ihn hinaus vors Dorf, und spuckte in seine Augen, und legte ihm die Hände auf, und frug ihn, ob er etwas sehe? 24 Und er blickte auf, und sprach: Ich sehe die Menschen, denn wie Bäume sehe ich sie umherwandeln. 25 Darnach legte er ihm abermals die Hände auf seine Augen, und machte ihn aufblicken, und er ward wieder hergestellt, und sah alles deutlich. 26 Und er sandte ihn nach Hause, und sprach: Gehe nicht in das Dorf hinein und sage es auch niemand in dem Dorf. 27 Und Jesus und seine Jünger gingen weg in die Dörfer bei Cäsarea Philippi. Und auf dem Weg frug er seinen Jünger, und sprach zu ihnen: Wer sagen die Leute, daß ich sei? 28 Sie aber antworteten: Johannes der Täufer; und andere: Elias; andere aber: einer der Propheten. 29 Und er sagt ihnen: Ihr aber, wer sagt ihr, daß ich sei? Da antwortete Petrus, und spricht zu ihm: Du bist der Messias. 30 Und er schärfte ihnen ein, daß sie niemanden von ihm sagen sollten. 31 Und er fing an sie zu lehren, daß der Menschensohn viel leiden müsse, und verworfen werden von den Ältesten und hohen Priestern und Schriftgelehrten, und getötet werden, und nach drei Tagen auferstehen. 32 Und ganz frei heraus sagte er das Wort. Und Petrus faßte ihn an, und fing an ihn zurecht zu weisen; 33 Er aber wandte sich um, sah seine Jünger an, wies Petrus zurecht, und sprach: Weiche von mir, Satan! denn du denkst nicht was Gottes, sondern was der Menschen ist.
Diese Stelle ist für den Begriff, welchen Jesus mit dem Wort Satan verband, von großer Wichtigkeit. Offenbar sah Jesus den Satan überall da, wo der ungöttliche Menschengeist redete. — Der Geist, der sein Werk hat in den Kindern des Unglaubens, wie Paulus sagt, oder widergöttliche Welt- und Zeitgeist, wie wir sagen würden, das ist der h. Schrift der Teufel. Persönliche Teufel, oder Satane, gibt es nicht nur einen, sondern viele.
34 Und er rief zu sich den Volkshaufen mit seinen Jüngern, und sprach zu ihnen: Wer mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst, und nehme sein Kreuz auf sich, und folge mir. 35 Denn wer seine Seele erretten will, der verliert sie; wer aber seine Seele verlieren wird um meinet = und der frohen Botschaft willen, der wir sie erretten. 36 Denn was würde es einem Menschen nützen, wenn er die ganze Welt gewönne und büßte seine Seele (d. h. sein Leben) ein? 37 Oder was will ein Mensch geben, als Lösegeld für seine Seele? 38 Denn wer sich meiner und meiner Worte schämt in diesem ehebrecherischen und sündigen Geschlecht, dessen wird sich auch der Menschensohn schämen, wann er kommt, in der Herrlichkeit seines Vaters, mit seinen heiligen Engeln.
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